Wortspiele, Brooklyn
Grundsätzliches
Der ganzheitliche Sprachansatz, der Maria Montessori´s Konzept zugrunde liegt, ist der mittlerweile auch in deutschen Grundschulen zunehmend übliche Ansatz, um jungen Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen.
Dieser Ansatz ist außderdem sehr kompatibel mit dem von Lucy Calkins an Columbia University entwickelten Ansatz des "Teacher´s College Reading & Writing Workshop" nach dem Kinder in vielen öffentlichen Schulen in NYC das Lesen und Schreiben lernen. Auch hier lernen Kinder z.B. erst Schreiben und dann Lesen (mit der Methode des "invented spelling" - Wörter werden geschrieben, wie das Kind sie hört. Ein "natürlicher" Prozeß des Schreibenlernens, den Maria Montessori als erste Pädagogin bei jungen Kindern beobachtete und methodisch ausbaute). Grammatik: Wortarten, Satzaufbau, Rechtschreibung, Zeiten, etc. folgen später - bei Wortspiele ab der "Grundstufe" (Leselerngruppe II).
Da die Kinder in der amerikanischen Schule bereits im Kindergarten (grade k) schreiben lernen, profitieren unsere SchülerInnen von Ihrer Kenntniss der Buchstaben und Laute aus der englischen Schule.
Wortspiele bietet seit 3 Jahren mit großem Erfolg deutsche Leselerngruppen für zweisprachig aufwachsende Kinder an. Wir starten im Herbst 09 unsere dritte Anfängerklasse, und haben außerdem zwei Fortgeschrittenen Klassen:
a)Grundstufe (2. Klasse) und b) Mittelstufe (ab 3. Klasse),
die sich aus den Kindern der früheren Anfängergruppen zusammensetzen.
Die Kinder der Mittelstufen-Klasse haben in diesem Winter "Pünktchen und Anton" von Erich Kästner gelesen!
Konkreter - Lesen und Schreiben im Montessori Klassenzimmer
Die Vorbereitung auf das Lesen und Schreiben beginnt im Montessori Klassenzimmer weit vor dem Grundschulalter. Eine Vielzahl von Materialien, Aktivitäten und Aufgaben zur Förderung und Entwicklung der zum Lesen und Schreiben notwendigen Fähig- und Fertigkeiten sind ein natürlicher, integraler Bestandteil des Vorschul-Klassenzimmers, und es ist nicht unüblich, daß Kinder in einer Montessori Schule mit vier Jahren schreiben, und daß selbst jüngere Kinder (bei denen die Feinmotorik noch nicht weit genug entwickelt ist, um schreiben zu können) Worte “komponieren”, zB mit Hilfe des “Beweglichen Alphabets”.
Unsere menschliche Sprache setzt sich aus einzelnen Lauten und den Buchstaben bzw. Buchstabenverbindungen, die diese Laute repräsentieren, zusammen.
Vorraussetzung zum Lesen und Schreiben ist, daß die Kinder lernen, die individuellen Laute zu erkennen - also zu "hören": am Anfang, in der Mitte, am Ende eines Wortes - und ihnen die entsprechenden, Buchstaben, die einen jeweiligen Laut "repräsentieren", zuordnen können. Die Kinder müssen außerdem die notwendigen "handwerklichen" Fertigkeiten (Feinmotorik, Auge-Hand-Koordnination, etc) zum Schreiben entwickeln.
Im Montessori Klassenzimmer geschieht dies auf zweierlei Weise:
Entwicklung der Konzentration, der Beobachtung und des genauen Zuhörens durch
Übungen mit Lauten, Tönen und Geräuschen sowie der Stille,
Untersuchung der Beziehungen zwischen Objekten und von Worten,
Sortieren, Zuordnen und Klassifizieren (Gruppieren) von Objeckten und Bildern
Förderung der Koordination von Auge und Hand, Entwicklung der zum Schreiben notwendige Feinmotorik (Fingerfertigkeit) und Muskelkontrolle
mit Hilfe der von Maria Montessori zu diesem Zweck entwickelten Materialien.
Schreiben lernen die Kinder - ihrer natürlichen Sprachentwicklung folgend/gemäß - im Montessori Klassenzimmer vor dem Lesen. - Eine Methodik, die sich mittlerweile sowohl an deutschen wie auch an den amerikanischen öffentlichen Schulen durchgesetzt hat.
Schreiben ist der Ausdruck der eigenen Gedanken, sichtbar gemachte "innere Sprache".
Es ist somit weniger komplex und anspruchsvoll als das Lesen, das das Nachvollziehen der Gedanken einer anderen Person erfordert.
Für die Kinder ist es unendlich faszinierend, ihre eigenen Gedanken “schwarz-auf-weiß” auf Papier gebracht zu sehen: gelegt mit dem Beweglichen Alphabet oder wenn sie der Lehrerin eine Bildergeschichte diktieren, ein Gedicht oder einen Brief.
Viele Kinder gehen ganz selbstverständlich davon aus, daß sie schreiben können - und fangen an, von selbst zu schreiben, manchmal ihren Namen, manchmal Geschichten oder Widmungen zu einem Bild, oder gar einen Brief (vielleicht habt Ihr Euch schon einmal diese "Krikkeleien" auf den Bildern Eurer Kinder gesehen).
Die zweite Stufe im selbst-entwickelten Schreiben ist das sogenannte "invented spelling" - die Kinder kennen nun die Laute, und schreiben, wie sie sprechen und was sie hören. Da weder deutsch noch englisch 100% lautgetreue Sprachen sind (deutsch allerdings weit mehr als englisch), führt dies zu Rechtschreibfehlern, die sich aber etwas später (mit Beginn des Lesens und der Einführung in die Rechtschreibung und Grammatik) korrigieren lassen.
In dieser Phase des Schreibenlernens können die Kinder das von ihnen Geschriebene (noch) nicht selbst lesen (aber oft erinnern!).
Lesen & Schreiben lernen
nach der Montessori Methode
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